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Schlegel/Verster van Wulverhorst,
Traite de fauconnerie: Greifvögel und Falknerei im 19. Jahrhundert.
Deutsche Ausgabe herausgegeben von Peter N. Klüh. 1999. 304 S., 17 Farbtafeln u. 12 s/w-Abb. im Text, leinengebunden, 28,5x20 cm. Handnumerierte Auflage von 750 Exemplaren.
ISBN 3-933459-02-8

Buch per "Books per View" durchblättern (1,3 MB)

Wie nur das Falkenbuch Kaiser Friedrichs II. wird ein noch jüngeres Werk über Greifvögel und Falknerei von magischen Klang begleitet: der Traite de fauconnerie von Hermann Schlegel und Abraham Hendrik Verster van Wulverhorst. Entstanden zur Mitte des 19. Jahrhunderts im schöpferischen Umfeld des Royal Loo Hawking Clubs, der letzten europäischen Falknervereinigung unter königlichem Patronat, behandelt der Traite de fauconnerie alle theoretischen und praktischen Aspekte der Falknerei und gewährt einen faszinierenden Einblick in die hohe Kunst der Reiherbeize, wie sie über viele Jahrhunderte von den niederländischen Berufsfalknern allenthalben in Europa praktiziert wurde.

Die weltweite Beachtung, die der Traite de fauconnerie auch außerhalb beizjagdlich interessierter Kreise erfuhr, begründet sich neben der inhaltlichen Komplexität vor allem durch die wissenschaftlichen Tiefgründigkeit, mit der die Autoren ihr Thema behandelt haben. Ebenso besitzt das Werk einen beachtlichen künstlerischen Wert. Die "lebendigen" Bilder des weltberühmten Tiermalers Josef Wolf zählen noch heute zum Vollendetsten, das je an Greifvogeldarstellung in der wissenschaftlichen Kunst gefertigt wurde.

"Es ist schon erstaunlich", schreibt Hans-Albrecht Hewicker, Herausgaber der Zeitschrift "Greifvögel und Falknerei" und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Falkenorden, "daß das wohl bedeutendste Werk der Neuzeit über Beizvögel und Falknerei erst 150 Jahre nach seiner Veröffentlichung ins Deutsche übertragen wurde ... Die Herausgabe des deutschen Textbandes bedeutet einen Quatensprung in der deutschsprachigen Falknereiliteratur".

Zum Inhalt: Das Werk ist inhaltlich in fünf Teile gegliedert. Der erste Teil (umfassend 90 Seiten) behandelt in einer bis dato unbekannten wissenschaftlichen Genauigkeit die Naturgeschichte der Beizvögel, untergliedert nach den Vögeln des hohen Fluges (Falken) und des niederen Fluges (Habicht, Sperber, Adler). Der zweite Teil (70 Seiten) erörtert alle Aspekte der Falknerpraxis, von der Terminologie der Falknersprache, dem Fang über die Aufzucht, die Behandlung von Krankheiten und dem Abtragen der Beizvögel bis hin zur praktischen Beizausübung. Der dritte Teil (90 Seiten) behandelt die Geschichte der Falknerei im allgemeinen und in den verschiedenen Ländern Europas im speziellen. Der vierte Teil ist eine Bibliographie der Falknereiliteratur, umfassend 155 Titel, die zum Teil mit umfangreichen Anmerkungen versehen sind. Abgeschlossen wird das Werk durch 16 Bildtafeln, von denen zwei eine Reiherbeize im Jahr 1843 in Het Loo und zwei die Falknereigeräte darstellen. Die letzten zwölf zeigen die meistgenutzen Beizvögel (Ger-, Saker-, Wander- und Lannerfalke, Merlin sowie Habicht und Sperber).

Leseprobe (Seiten 143ff.)
Kapitel "Die verschiedenen, in Europa üblichen Beizjagdarten"
(Copyright Verlag Peter N. Klüh)

Von allen Arten der Beizjagd bietet die vom hohen Flug auf den Reiher und den Milan das beeindruckendste Schauspiel. Sie wurde zu allen Zeiten als unvergleichlich edler angesehen als jede andere Beizjagdart und allein für würdig befunden, den Namen Königsbeize zu tragen. Da der Milan weit seltener ist als der Reiher und auch in Gegenden, die er ständig bewohnt, nur in vergleichsweise geringer Zahl vorkommt, kann man sich kaum ausschließlich der Beize dieses Vogels widmen. Ebenso verhält es sich mit der Reiherbeize in Landstrichen, in denen diese Vögel nur in geringer Stückzahl leben, das heißt nicht in Kolonien brüten, und man daher gezwungenermaßen einzelne Tiere suchen muß. In Gegenden jedoch, in denen sich große Reiherkolonien inmitten weiter, offener Heidefläche befinden, die man in alle Richtungen zu Pferd oder zu Fuß durchqueren kann, ist die Reiherbeize in großem Stil und über mehrere Monate hinweg möglich. Diese bietet dann unbestritten ein edleres und großartigeres Vergnügen als alle anderen Arten der Beizjagd.Große Reiherkolonien sind jedoch selten geworden, und die wenigen, die man noch findet, liegen zumeist inmitten unwegsamer Moore oder gerodetem Land. So gibt es [heute nur noch] wenige Stellen, welche alle notwendigen Voraussetzungen zur Durchführung dieser Beizjagdart erfüllen. Besonders begünstigt ist in dieser Hinsicht Holland. Es ist daher auch nicht verwunderlich, daß viele Liebhaber der Reiherbeize aus England, Frankreich, Deutschland und anderen Ländern während der Beizsaison hierher kommen, um ein jagdliches Schauspiel zu genießen, das ihnen ihre Heimat nicht mehr bietet. Die größten Reiherkolonien Hollands befinden sich in den weiten Heideflächen in der Umgebung des königlichen Schlosses "Het Loo" in der Provinz Gelderland. Während der Sommermonate dient dieses Gelände wahrscheinlich mehr als 1 000 Reiherpaaren als Brutrevier. Von dort fliegen sie täglich zum Fischfang an die Ufer der Zuidersee, der Yssel und ihrer Nebenflüsse sowie zum Rhein. Plaziert man sich nachmittags, wenn die Reiher von ihren oft sechs bis acht Kilometer weiten Ausflügen zurückkehren, mit seinen Falken in der Weise, daß man ihnen sozusagen den Rückweg abschneidet, kann man je nach der Gunst der Stunde und der Anzahl der zu Verfügung stehenden Falken täglich sechs bis acht, zuweilen sogar noch mehr Reiher beizen.

Die Jagdsaison beginnt normalerweise im Juni, wenn die jungen Reiher nahezu ausgewachsen sind, und dauert bis etwa Ende Juli, wenn die Falken in die Mauser kommen. Die Stelle, die man wählt, um die Reiher abzupassen, ist je nach der vorherrschenden Windrichtung verschieden. Aus Gründen, auf die wir später noch zu sprechen kommen, ist es wichtig, sich immer unter Wind zu plazieren, oder anders gesagt, sich an einer Stelle aufzuhalten, an der einem der Wind aus Richtung der Reiherkolonie entgegenbläst. Man wählt dazu, je nach der Beschaffenheit des Geländes, einen Ort, der zwischen einem bis drei Kilometer von der Reiherkolonie entfernt ist. An geeigneten Stellen läßt man feste Unterstände errichten, die der Jagdgesellschaft, den Falken und den Pferden hinreichend Schutz vor Wind und Regen bieten. Die günstigste Tageszeit zur Ausübung der Reiherbeize ist von vier Uhr nachmittags bis Sonnenuntergang. Die Falkner und ihre Gehilfen zu Pferd sowie die Cageträger begeben sich bereits vorab an Ort und Stelle. Sie binden die Falken am Boden fest und treffen alle notwendigen Vorbereitungen für die bevorstehende Jagd. Ist die Jagdgesellschaft eingetroffen, geht ein Falknergehilfe oder ein Pikör auf Beobachtungsposten voraus. Er stellt sich etwa 400 m unter Wind an einen erhöhten Punkt so auf, daß man ihn gut sehen und er die aus der Ferne anfliegenden Reiher frühzeitig erkennen kann. Gleichzeitig postieren sich zwei berittene Falkner mit ihren Falken auf der Faust einige hundert Schritt von der Jagdgesellschaft entfernt über Wind, das heißt meist in Richtung der Reiherkolonie. Sobald der unter Wind stehende Pikör einen ihm jagdbar erscheinenden Reiher erblickt, gibt er der Gesellschaft das Signal, indem er von seinem Pferd steigt und dessen Kopf in die Richtung des heranfliegenden Reihers dreht. Auf dieses Signal hin ertönt der gemeinsame Ruf "A la vol". Von allen Seiten eilt man nun herbei und blickt gespannt zum Himmel. Ist der Reiher ausgemacht, steigt man auf die Pferde und versucht zu der Stelle zu gelangen, von der aus man vermutet, das Schauspiel am besten verfolgen zu können. Man achtet jedoch tunlichst darauf, den Reiher nicht durch unnötigen Lärm zu verscheuchen. Die Falkner versuchen sich unterdessen dem Reiher zu nähern, ohne ihn von seiner Flugrichtung abzulenken. Gelingt ihnen dies, lassen sie ihn zunächst vorüberfliegen; erst wenn sich der Reiher wieder einige hundert Schritt entfernt hat, werden die Falken abgehaubt und geworfen. Obwohl sich die Falken zunächst, dicht über dem Boden fliegend, in verschiedene Richtungen entfernen und dem Reiher scheinbar kaum näher kommen, erkennt dieser sofort, daß sie es auf ihn abgesehen haben. Sogleich streckt er seinen Hals weit aus und erbricht die zuvor verschlungenen Fische. Nun, da er sich erleichtert hat, versucht er mit aller Kraft die Reiherkolonie oder irgendein an-deres naheliegendes Gehölz zu erreichen. Die Falken beginnen daraufhin unverzüglich zu steigen, um in die Nähe des Reihers zu gelangen. Der Reiher, der keinen Vorsprung gewinnen kann und weiß, daß die Falken nur aus der Höhe kommend eine Gefahr darstellen, beginnt nun seinerseits, sich hoch in die Luft zu schrauben. Da er jedoch nicht gleichzeitig steigen und gegen den Wind anfliegen kann, sieht er sich schließlich dazu gezwungen, umzukehren und den Falken entgegenzufliegen. Der Vorsprung, den man ihm anfangs gewährte, gereicht nun zum Vorteil der Falken. Jetzt kann man beobachten, wie sich die drei zunächst in verschiedene Richtungen fliegenden Vögel mit einer schier unglaublichen Geschwindigkeit einander annähern. Die Spannung bei den Zuschauern erreicht ihren Höhepunkt, und jeder versucht mit unablässigen Blicken der Jagd so nahe wie möglich zu folgen. Der Reiher indessen stößt von Zeit zu Zeit Klagerufe aus und bemüht sich unaufhörlich, immer höher zu steigen, um mit Unterstützung des Windes den Falken zu entkommen. Sobald einer der Falken den Reiher erreicht, greift er sogleich das erste Mal an. Durch ein plötzliches Ausweichmanöver versucht sich der Reiher der Attacke zu entziehen. Wenn ihm dies gelingt, gerät der Falke durch die Heftigkeit des Stoßes nicht selten bis zu zwanzig und mehr Schritt unter den Reiher. Inzwischen aber hat der andere Falke, dessen Flug durch den Angriff nicht verzögert wurde, den Reiher überstiegen und stößt nun ebenfalls auf ihn herab. Verfehlt auch er sein Ziel, führt der erste Falke wieder einen Stoß aus, und so wiederholen sich die abwechselnden, bald mehr, bald weniger gleichmäßigen Attacken bis einer der Falken den Reiher binden kann, indem er ihn am Hals oder am Fittich packt. Sogleich gesellt sich der andere Falke zu seinem Kameraden, und man sieht, wie die drei Vögel, die scheinbar nur noch aus einem einzigen Körper bestehen, mal schneller, mal langsamer vom Himmel fallen. Bevor jedoch der gefiederte Knäuel den Boden erreicht, läßt einer der beiden Falken gewöhnlich los. Der andere tut es ihm gleich, wenn er Gefahr läuft, auf dem Boden aufzuschlagen. Versucht der Reiher, nachdem er zu Boden gegangen ist, erneut davonzufliegen, beginnen die Falken sofort wieder auf ihn zu stoßen. Die Falkner haben unterdessen versucht, der Jagd in unmittelbarer Nähe zu folgen, um in dem Augenblick zur Stelle zu sein, in dem die Falken ihr Opfer zu Boden bringen. Eher von ihren Pferden springend als absteigend, lockt einer von ihnen den Falken, der zuerst die Beute losgelassen hat, mit einer Taube, während sich der andere dem Reiher vorsichtig nähert und versucht, ihn am Hals zu packen. Sodann bietet er auch dem anderen Falken eine Taube an, welche dieser direkt auf dem Reiher kröpfen darf. Sind die Falken aufgeatzt, werden sie verhaubt, und man begibt sich zum Sammelpunkt der Jagdgesellschaft zurück. Wurde der Reiher von den Falken nicht getötet oder tödlich verletzt, entläßt man ihn gewöhnlich wieder in Freiheit, nicht jedoch ohne zuvor die bereits beschriebene Messingplakette an einem seiner Füße befestigt zu haben. Will man ihn dagegen für das Abtragen der Jungfalken behalten, bräut man ihn auf und verhaubt ihn. Auch steckt man die Reiherpfeife auf seine Schnabelspitzen, denn am Boden, und nicht schon während des Fluges, wie man gemeinhin glaubt, beginnt sich der Reiher durch schmerzhafte Schnabelhiebe zu verteidigen. Unterdessen haben sich zwei andere Falkner mit frischen Falken auf ihren Posten begeben. So kann man nacheinander alle Reiher bejagen, die nahe genug an der Stelle, an der man sich eingerichet hat, vorbeikommen ...




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